Wie Phönix aus der Asche
- magdalenaepp

- 27. Apr. 2023
- 2 Min. Lesezeit
Nachdem ich drei mal versucht habe, diesen Blog Beitrag verständlich zu formulieren, nachvollziehbar anzufangen oder ihn ausschließlich mit kurzen Sätzen zu schmücken, gebe ich auf. Auch dass mein Bruder gesagt hat, im Trotz schreibt man nicht, muss ich gekonnt ignorieren, denn ich bin trotzig und ich will auch trotzig schreiben!!
Eigentlich war ich mir immer sicher: Wenn mir etwas Spaß macht, dann bin ich auch gut darin. Das Schreiben ist etwas, das mir schon immer Spaß gemacht hat. Ich liebe es, meine Gedanken durch Worte auszudrücken. Wenn jemand diese Worte und somit meine Gedanken versteht, dann ist das der Schreiberlingjackpot. Ich dachte, diesen habe ich geknackt. Alle meine Freunde und meine Familie verstehen mich. Sie können meine Gedanken lesen. Aber das sind Menschen, die mich kennen.
Heute hatte ich eine Besprechung mit einer Professorin an meiner Uni. Bei ihr habe ich eine Hausarbeit geschrieben. Ich war davon überzeugt, mindestens eine eins vor dem Komma zu sehen. Schnell stellte sich heraus: Die Note ist um einiges schlechter. Und wenn ich einiges sage...dann meine ich auch einiges. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum ich euch von meiner schlechten Hausarbeit erzähle. Nun, es ist so. Die Hausarbeit wurde mit folgenden Worten kommentiert: Ihr Satzbau muss überarbeitet werden, die Kommasetzung stimmt nicht, die Arbeit ergibt kaum Sinn. Letztendlich sagte die Professorin: ,,Ich bin mir aber sicher, eines Tages werden auch Sie wie Phönix aus der Asche steigen".
Abgesehen davon, dass plötzlich eine wildfremde Frau über meine Freude am Schreiben fremdbestimmte, fühlte ich mich einfach nur dumm. Wie konnte ich jemals glauben, dass Menschen meine Worte verstehen. Dass sie meine Texte gerne lesen und vor allem, dass sie lesen, ohne zu kritisieren. Plötzlich war es mir peinlich, jemals geschrieben zu haben.
Das letzte Mal, als mich eine ,,Autorität" so dermaßen kritisierte, war kurz vor meinem Abitur. Mein Deutschlehrer sagte mir damals in der letzten Klausur vor dem Abi, dass mein Schreibstil nicht gut ist. Schon damals liebte ich Schreiben. Und auch damals schämte ich mich dafür, dass ich etwas liebe, das ich nicht kann. Im Endeffekt hatte ich eine wirklich gute Note. Natürlich freute ich mich, aber ich hatte auch das Gefühl, ich musste dem Lehrer etwas beweisen. In guten wie in schlechten Tagen, ist nicht das das Motto? Warum darf ich nicht zum Schreiben stehen, wenn es mal schlecht läuft? Warum bin ich Phönix, wenn ich eine schlechte Hausarbeit schreibe?
Im Bild seht ihr mich am Anfang meines Studiums und am Ende meines Studiums. Drei Jahre liegen zwischen diesen Bildern. Wer ich damals war und wer ich jetzt bin, kann ich nicht sagen. Gelernt habe ich bestimmt viel. War ich damals schon Phönix? Habe ich mich seit dem Abi überhaupt verändert? Werd ich´s jemals können?
Eigentlich wollte ich diesem Beitrag eine Moral beilegen, euch belehren, wie ihr euch nicht unterkriegen lasst, oder zu euren Hobbies steht. Oder wie ihr es schafft, so eine schlechte Hausarbeit zu schreiben, dass euch eure Professorin als Phönix aus der Asche bezeichnet. Aber leider kann ich das nicht. Mein Trotz sagt mir: Du kannst es nicht, aber schreib trotzdem.
Ob ich gut im Schreiben bin? Ich weiß es nicht. Ob es mir Spaß macht? Auf jeden Fall.




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